Du musst dich ändern! / Akzeptier dich, wie du bist!

Egal ob man eine Zeitschrift aufschlägt, den Fernseher anmacht oder durch Instagram scrollt – überall schwingt eine leise, unterschwellige Botschaft mit – verbessere dich, optimiere dich, hol das beste aus dir heraus. Das Thema ist dabei ganz egal, ob es jetzt darum geht die Haut schöner zu machen, den Körper mit Essen und Sport in Form zu bringen oder unseren Horizont durch Reisen und neue Erfahrungen zu erweitern. Der Mensch strebt permanent nach einer besseren Ausgabe von sich selbst und das scheint uns auch irgendwie auszumachen. Im Grunde finde ich das auch alles gar nicht so verkehrt, Stillstand und Trägheit sind nicht unbedingt etwas erstrebenswertes, nur wann wird die dauerhafte Selbstoptimierung kritisch? Wann geht sie vielleicht über in eine Selbstaufgabe und wann sollten wir unser Selbst einfach annehmen und akzeptieren?

Ich habe mir in letzter Zeit viele Gedanken dazu gemacht, nicht nur deshalb, weil man andauernd mit der Selbstoptimierung konfrontiert wird, sondern auch, weil ich in den letzten Jahren immer mal wieder an meine Grenzen gestoßen bin und mir aufgezeigt wurde, dass ich eben keine Maschine bin, die man beliebig in der Produktivität steigern, aufrüsten, nachbessern kann, sondern ein Mensch mit seinen ganz individuellen Fähigkeiten, aber auch Schwächen und Grenzen.

Platon und Aristoteles sind, glaube ich, die ersten Philosophen, mit denen  jede*r Philosophiestudent*in im Studium konfrontiert wird. Dabei ist Aristoteles Eudaimoniekonzept mit Sicherheit eine der ersten ethischen Lehren, die man in den Seminaren behandelt. Ganz knapp zusammen gefasst, kann man die Eudaimonia als angestrebten Zustand des Glückes und der Lebensfülle bezeichnen, die durch tugendhaftes Handeln erreicht wird. Schon in der Antike, sollte man sich also selbst verbessern und eine perfektere Version seiner Selbst anstreben, um ein glückliches und erfülltes Leben zu leben. Warum ich euch hier mit Philosophie langweile? Weil ich es schade finde, dass unsere heutigen Optimierungsansprüche so sehr an der Oberfläche bleiben. Warum beschäftigen wir uns so intensiv mit perfekten Lidstrichen, investieren so viel Zeit und Geld in einen straffen Körper und vergessen darüber unsere inneren Werte auch mit Inhalt zu füllen? Versteht mich nicht falsch, ich mag es mich zu schminken, liebe meine neue Wimpernverlängerung sehr und freue mich auch darüber, Komplimente zu bekommen. Aber genauso gerne stöbere ich in Buchhandlungen, lese bis spät in die Nacht Simone de Beauvoir oder Elizabeth Gilbert und gebe meinem Gehirn Nahrung. Ich finde es einfach schade, dass die eine Seite in der medialen Welt solch eine große Beachtung findet, die andere doch eigentlich viel Interessantere bzw. Relevantere allerdings viel weniger, ja Politisches sogar regelrecht auf Instagram ausgeklammert wird – aber natürlich muss ich mir dabei auch zuerst an meine eigene Nase fassen. Vielleicht lässt sich einfacher über Lidschattenpaletten reden, als über Ethik am Lebensanfang – aber im Grunde sind es doch beides Themen über die wir potentiell reden können, oder? Als ich mich neulich mit meiner Freundin Julia getroffen habe, konnten wir genauso gut über die aktuelle Abtreibungsdebatte in Irland reden, als auch hinterher unsere Erfahrungen mit Vintageläden austauschen. Unser Drang nach mehr, nach Verbesserung und Fortschritt hört in unserem Alltag also nicht bei unserem Spiegelbild auf – warum denn dann auf Instagram und Blogs?

Worauf ich eigentlich hinaus möchte…

Momentan sehe ich einfach einen Stillstand hier auf dem Blog (ihr wisst schon, an die eigene Nase fassen…). Ich möchte mich weiterentwickeln und mehr Themen Beachtung schenken, mit denen ich mich offline schon lange beschäftige, die mich interessieren und über die ich unheimlich gerne diskutiere. Ich möchte euch weiterhin Inspiration geben, innovative Kosmetik unter die Lupe nehmen und auch weiterhin über mein Lieblingsthema Mode schreiben. Aber diese „oberflächlichen“ Themen sollen nicht alles bleiben. Da wären wir wieder beim Thema Selbstoptimierung: Ich möchte, dass mein Blog zu mir als Person passt, möchte meine Entwicklung auf den Blog übertragen und das, was mir an meiner „Online-Präsenz“ fehlt, ergänzen.
Mit diesem Post habe ich euch schon mal einen kleinen Einblick in die Entwicklung der nächsten Monate gegeben – ihr könnt euch sicher sein, dass ich gerade beinah nichts anderes mache, als meine Ideen festzuhalten, zu brainstormen und an meinem neuen Konzept zu arbeiten. Glasschuh.com wird diesen Juni sieben Jahre alt – Zeit für eine neue Phase!

Wie steht ihr zum Thema Selbstoptimierung? Gehört für euch die Verbesserung, der Fortschritt in allen Bereichen des Lebens dazu oder sollten wir uns auch häufiger so akzeptieren wie wir sind? Wollt ihr hier auch vermehrt andere Themen diskutieren. Politik, Feminismus, Kultur … ? Ich freue mich auf unseren Dialog!

 

    


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