Gold (always believe in your soul)

Manchmal sitze ich frustriert am Computer, klicke mich durch wundervolle Blogs und Instagramaccounts und bin voller Selbstzweifel. Ich zweifel, ich vergleiche mich mit anderen, bin wütend auf mich selbst und am Ende – ganz k.o. Ich glaube solche Gedanken kennt jeder, egal worum es geht. Mache ich das richtige? Warum bin ich nicht besser in dem was ich tue? Und warum zur Hölle schaffen es andere, aber ich nicht? Zeit ein wenig zu Atem zu kommen und sich auf die eigenen goldenen Seiten in sich selbst zu konzentrieren.

Gold (always believe in your soul)

gold
always believe in your soul
you’ve got the power to know
you’re indestructible
always believe in

Gold (always believe in your soul)

Bei vielen Mädchen und Frauen habe ich das Gefühl, dass sie verlernt haben, zu sagen, was sie richtig gut können. In einer gewissen, unterschwelligen Weise wurde uns nämlich beigebracht, dass sich das nicht gehört, dass es unanständig ist, sich selbst zu loben. Auch wenn einem etwas besonders gut gelungen ist und andere einen loben hat eine innere Stimme uns gesagt, “sag jetzt nicht, ‘das finde ich auch’, sondern ‘oh, findest du?’ oder ‘naja, aber…. ‘.” Sich selbst zurücknehmen und sich selbst und seine eigene Arbeit grundsätzlich abwerten ist so ein gesellschaftliches Konstrukt, was uns als Erwachsener – oder auch schon früher – ziemlich kaputt machen kann. Wenn man nicht gelernt hat, seine eigene Arbeit zu schätzen und darauf stolz zu sein, was man erreicht hat, wird man irgendwann unzufrieden. Denn je älter man wird, desto weniger Menschen gibt es, die die eigene Arbeit loben werden. Aber wer tut es dann, wenn es kein Außenstehender macht? Wir selbst natürlich!
Unser Selbst-Wert-Gefühl ist etwas, das wir selbst definieren! Selbst-Wert kann uns niemand geben und glücklicherweise auch niemand nehmen. Wir müssen es selbst bestimmen und selbst bewahren. Das steckt ja schon im Wort selbst drin. Ansonsten würden wir ja von einem Fremd-Wert-Gefühl sprechen.
Als Blogger habe ich Phasen, in denen das mit dem Selbst-Wert ziemlich gut klappt. Ich schreibe einen Text, ich bearbeite meine Fotos und bin schon in diesem Prozess der Entstehung glücklich und selbstzufrieden. Ganz ohne große Worte von außen – die kommen erst später. Aber sobald man die friedliche Abgeschiedenheit des eigenen Backends verlässt und sich in die endlosen Weiten der Social Media Welt begibt, beginnt die Fremdbestimmung. Follower werden zur Währung und die Zahlen neben dem Instagramprofilbild werden zum Ausdruck des eigenen Werts. Was früher die Anerkennung durch Eltern und Freundinnen war, ist heute eine schwarze Zahl, am besten mit einem k dahinter. Definiere ich hier noch meinen Wert selbst? Fokussiere ich mich weiterhin auf mich selbst und bleibe mir selbst treu oder versuche ich alles, um mein Konto mit der neuen Währung zu füllen?

Gold (always believe in your soul)

Das Problem beim Selbst-Wert-Gefühl durch die neue Währung der Follower ist, dass man nur noch das darstellt, was andere sehen wollen, dass man zu einer Kunstfigur wird, die mit der wahren Person dahinter nur noch wenig zu tun hat.

In dieser oberflächlichen Welt muss man sich wieder auf seine inneren Werte fokussieren. Was macht mich aus? Worin besteht mein Selbstwert? Vielleicht besteht er in der Kreativität oder der Fähigkeit Dinge auf den Punkt zu bringen (oder besonders weitschweifend zu erzählen, wer weiß…) oder auch darin, immer gute Stimmung zu verbreiten und toll mit fremden Menschen klar zu kommen. Was immer es auch ist, es ist bestimmt nicht die Fähigkeit besonders gut hinter Filtern auszusehen oder ein Essen fotogen festzuhalten, bevor es kalt wird.

Gold (always believe in your soul)

In einer Gesellschaft in der man gezwungen ist Lob sofort zu relativieren und Kritik hart formuliert wird, ist es schwer den Selbst-Wert im Fokus zu behalten. Aber wenn man sich auf seine einzigartigen Eigenschaften konzentriert, sich seine Erfolge immer wieder vor Augen führt und wie die Entscheidungen der letzten Jahre uns zu dem Menschen gemacht haben, der wir heute sind, fällt es leichter den eigenen Goldglanz zu sehen – vielleicht seht ihr ihn jetzt nicht nur auf mir, sondern auch in euch. Dann kann man auch sagen: Ich bin stolz auf mich selbst, auf das was ich geschafft habe und ich glaube an mich selbst und meinen eigenen Wert.

 

Photocredit: Anna Warga Fotografie

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16 Comments

  • Sehr schön geschrieben Lea. Und ich finde weiterhin: die Zahl xy ist völlig egal – mir ist die Person dahiner viel wichtiger. Mit deinen Posts inspirierst du Menschen. Das finde ich wichtig. Also – mach genauso weiter. :) Liebe Grüße, Sarah

    • Liebe Sarah,
      vielen Dank! Genau so ein Feedback ist dann auch wieder direkt motivierend :D So lange es Menschen gibt, die auf Qualität achten und schätzen, was ich tue, bin ich zufrieden^^

      Liebst ♥
      Lea Christin

  • Qualität zahlt sich immer aus!! Und die misst sich nicht direkt an den IG Zahlen… Wie viele IG profile klicke ich an und muss mich wundern: wie kommt ihr zu so vielen Followern?! Null Kontent, schlechte bis keine Texte, liebloses in die Kamera-halten irgendwelcher Belanglosigkeiten…
    Weiter so Liebes, Dein Blog holt mich immer wieder ab!!

    Liebste Grüße,
    Sarah | http://www.eattraincare.com

    • Liebe Sarah,
      genau so geht es mir auch immer wieder! Und dann dieses ständige Folgen und wieder Entfolgen, Instragram wird einfach immer oberflächlicher und anstrengender, eigentlich wirklich schade…
      Aber es freut mich sehr, dass wir bei dem Thema ähnlich denken!

      Liebst ♥
      Lea Christin

  • Du hast absolut Recht! Einerseits weiß ich selbst, dass es wichtig ist, stolz zu dem zustehen, was ich bisher geschafft habe, andererseits verbiete ich es mir immer wieder selbst, weil ich denke: Mit welchem Recht nimmt du dir das raus? Ja, das mag tatsächlich am gesellschaftlichen Gepräge liegen. Statt sich selbst zu akzeptiere und die eigenen Stärken in den Vordergrund zu stellen, versteckt man sich hinter den vermeintlichen Besseren. Ist ja auch irgendwie schicklich, sich selbst schlecht zu machen. Das bemerke ich allein daran, dass eben Zahlen auf Instagram alles sind. Früher hat man sich über jeden Follower gefreut, heute ist es lächerlich sich über 5k zu freuen. Das Problem ist einfach tatsächlich, dass man nicht zu seinen eigenen Leistungen steht, kein Selbstwertgefühl und -bewusstsein mehr hat. Es ist im Grunde gleich in welcher Hinsicht man das betrachtet, es zieht sich überall durch: Job, Studium, Blog, Freundeskreis etc. Es ist ein wichtiger Schritt das zu erkennen und es zu verbessern. :)

    Liebste Grüße
    Dorina // Adeline und Gustav

    • Liebe Dorina,
      vielen Dank für deine warmen Worte :) Genau diesee Aspekt des “Schicklich sein” ist eigentlich ziemlich furchtbar. Meistens sagt man das nämlich nur zu Frauen und ich und bestimmt auch viel zu viele andere, haben den Satz “das ist nicht schicklich, das macht man nicht” viel zu häufig in ihrer Kindheit gehört…
      Ach und das mit den Instagram-Followern relativiert sich, wenn man sich mal versucht all seine Follower in einem Raum vorzustellen. Ziemlich viele eigentlich, wenn wirklich hinter jeder Zahl eine echte Person steht, die wirklich mag, was du postest….

      Liebst ♥
      Lea Christin

  • Der Link bei der lieben Dorina in ihrem Monatsrückblick hat mich doch glatt daran erinnert, dass ich diesen wunderbaren Post noch gar nicht kommentiert habe. Die Botschaft ist super und die Fotos sind einfach nur der Hammer. Liebe Grüße auch an die Fotografin. Habt ihr super gemacht.
    Ich kenne das Problem allerdings nur zu gut. Und mit Sicherheit hat es gesellschaftliche Gründe, den eigenen Wert, die eigene Leistung immer klein zu reden. Bei mir ist es jedoch so, dass ich selbst nie zufrieden bin. Dass es immer noch besser geht, auch wenn Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis stehen…
    Dumm, ich weiß…

    • Vielen Dank meine Liebe!
      Ehrlich gesagt kenne ich das von mir selbst auch, dass ich immer noch besser sein möchte und nie so richtig mit meiner Leistung zufrieden sein kann, weil ich immer noch Verbesserungspotential sehe. Was ja einerseits nicht schlecht ist, auf der anderen Seite aber echt frustrierend sein kann. Außerdem glaube ich auch, dass dieses Phänomen nicht unbedingt nur ein persönliches ist, sondern auch durch die Gesellschaft mitgeprägt wird…würde mich mal interessieren, ob es dazu Studien gibt…

      Liebst ♥
      Lea Christin

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