Der Mädchenflohmarkt

Wenn eines deiner liebsten Hobbies das Shoppen ist, hast du üblicherweise ziemlich viele Klamotten. In den meisten Fällen ist dann irgendwann der Schrank zu klein und platzt aus allen Nähten. Falls dies eintreffen sollte, gibt es zwei Optionen. Man investiert in einen neuen, größeren Kleiderschrank, um seine Schätze weiterhin zu hüten – wahlweise hilft auch die Abschaffung eines Schrankes und das Schaffen eines ganzen Raumes für die Klamotten – oder, wenn man nicht unbedingt so viel Geld und Platz zur Verfügung hat, man mistet aus. Das haben meine Schwester, meine Mitbewohnerin P. und ich Anfang Januar gemacht. Alles Ungeliebte, nicht mehr Getragene oder Übersehene landete in Taschen und Tüten und wurde bis zum Mädchenflohmarkt vor zwei Wochen gesammelt. Ich war davor noch nie auf einem richtigen Flohmarkt, geschweige denn, habe je ich auf einem etwas verkauft. Es war also Premiere für uns und unsere aussortieren Schrankhüter, und so sind wir ziemlich blauäugig zum Flohmarkt gefahren. Was für Erfahrungen ich dort gesammelt habe und von was ich ganz schön geschockt war, erzähle ich euch heute!

Mein Eindruck

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Der Mädchenflohmarkt fand im Hangar statt. Aufgeteilt auf eine riesige Halle und zwei kleine Vorräume. Gott sei Dank sind wir etwas zu spät gekommen, sodass wir den letzten Platz im kleinen Vorraum bekommen konnten. Der war zwar genau in der Mitte, aber so waren wir dann auch der Mittelpunkt! Da ich noch nie an einem Flohmarkt teilgenommen hatte, wusste ich auch nicht so wirklich, was mich erwartet. Diese “Ramschatmosphäre” hat mich dann aber doch kurz sprachlos gemacht. Ich weiß nicht, ob ich dafür einfach nicht gemacht bin oder ob es andere toll finden, sich durch Berge von fünfzig Cent Tops von H&M und Primark zu wühlen oder Stapel von Ein-Euro-Jeans mit nach Hause zu schleppen. Für mich ist das nichts und ich bin auch nicht auf die Idee gekommen, mehrere Umzugskartons an Kleidung mitzuschleppen. Jeder von uns hatte sich auf ca. zwei bis drei Taschen reduziert. Das meiste waren fast ungetragene Jacken und Kleider, Handtaschen, ein paar Röcke, Pullover und Blusen. Dazu kamen drei paar Schuhe und etwas Schmuck. Alles hübsch auf dem Tisch drapiert – Irgendwie hatte ich von Anfang an den Gedanken, dass ein “Mädchenflohmarkt” (auch wenn ich dieser genderbezogenen Marketingkampagnen hasse) irgendwie nicht so – ich weiß auch nicht – nicht wie einer Schleudermarkt wird. Überall 1€ Schilder. Ein Pullover wird von 2€ auf 50ct runter gehandelt. Wo bleibt da der Wert der Ware?

Unser Verkaufstisch

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Ich hatte von Anfang an den Plan, unseren Tisch so schön wie möglich zu gestalten. Eine ausgediente weiße Tischdecke sowie eine Kunstblume und rosa Ikea-Kästchen halfen mir dabei, unsere Sachen dekorativ und so gut wie möglich zu präsentieren. Außerdem ließen wir alles relativ übersichtlich, hängten nur wenige Sachen auf den Ständer und legten unsere Kleidungsstücke so auf den Tisch, dass jedes zu sehen war. Wie schon gesagt, ich kenne mich nicht aus mit Flohmärkten und möchte auch nicht behaupten, dass unsere Verkaufsweise die einzig wahre ist. Ich habe mich mit unserem Konzept allerdings sehr wohl gefühlt und bin mit einem guten Gefühl aus dem Tag gegangen. Das einzige, was ich nächstes Mal ändern werde, ist ein Spiegel, der fest steht (musste meinen die ganze Zeit festhalten) und gleiche Kleiderbügel. Ich fands in meiner perfektionistischen Denkweise ganz schön gruselig, wie mein Kleiderständer aussah…

Fazit

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Letztendlich haben wir mehr eingenommen, als wir erwartet haben und hatten jede Menge Spaß! Das ist doch die Hauptsache oder? Ich bin total in meiner Rolle als Verkäuferin aufgegangen und habe mich sehr gefreut, wenn meine alten Schätze eine neue liebevolle Besitzerin gefunden haben. Das Drumherum hat mir auch sehr gut gefallen, Musik im Hintergrund (in unserem Raum Gott sei Dank nicht so laut), Waffelduft in der Luft und jede Menge lustiger, hübscher Mädchen mit denen man ins Gespräch kommen konnte. Kurz bevor wir losgefahren sind, habe ich übrigens auch noch daran gedacht ein paar Visitenkarten mitzunehmen. Eins habe ich gelernt: Nächstes Mal müssen auf jeden Fall mehr mit!

Unsere persönlichen Tipps für den Flohmarkt (der drinnen stattfindet)

  • Zielgruppe kennen: Nur das mitnehmen, wovon ihr den Eindruck habt, dass es sich wirklich dort verkaufen lässt. Wirklich einfache Dinge, wie Basic-Shirts und T-Shirts lieber Spenden. Die gibt es dort wie Sand am Meer. Eigentlich kauft die niemand, höchstens für ein paar Cent und ganz ehrlich? Da ist Spenden doch die schönere Alternative.
  • Das Auge kauft mit: Alles schön zusammen legen, farblich sortieren und keine Wühlhaufen oder -kisten anbieten. Wer will da schon viel Geld ausgeben?
  • Die Einstellung: Möchtest du einfach nur möglichst viel loswerden und möglichst wenig wieder mit nach Hause schleppen? Dann macht es dir vermutlich nichts aus, wenn du für jeden Teil sehr wenig Geld bekommst. Meine Einstellung war allerdings, dass ich nichts verschenken muss. Ich habe für alle Dinge einen guten Preis erzielt, einfach weil ich nicht auf das erstbeste Angebot eingegangen bin. Eine unbenutzte Oilily Tasche auf acht Euro runter handeln zu wollen und das auch noch für angemessen zu finden, fand ich teilweise schon sehr frech.
  • Lächeln, Konversation betreiben und Spaß haben!

 

Ich hoffe, dieser kleine Einblick in unseren ersten Flohmarkt hat euch gefallen! Da es mir sehr gefallen hat, spiele ich mit dem Gedanken, beim zweiten Mädchenflohmarkt in Hannover (am 8. März) ebenfalls teilzunehmen.

Habt ihr noch weitere Tipps für mich? Mögt ihr Flohmärkte oder stöbert/verkauft ihr lieber im Internet?

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