Vegan – was ist dran?

Seit kurzem darf ich das neue Buch von Attila Hildmann “Vegan for Youth” mein Eigen nennen. Ich habe schon lange mit dem Gedanken gespielt, mir eines der berühmten Bücher zu kaufen, die zur Zeit durch alle Medien geistern. Was ist dran an diesem Hype, habe ich mich gefragt?

Das auf einmal alle Blogger anfangen Vegan zu leben, fand ich zuerst lachhaft. Nur vegan zu sein, weil es gerade in und Trend ist, finde ich irgendwie falsch und nicht dem Sinn entsprechend. Für mich sollte vegane Ernährung allein aus einem moralischen Aspekt erfolgen, weil man für sich selbst beschlossen hat, dass kein Tier mehr für einen leiden soll oder so wie ich das sehe: aus ökologischen Motiven.
Bei vielen Leuten geht mit nämlich diese “ich bin vegan, und so toll” Haltung mega gegen den Strich. Was soll diese Moralapostel mit so einem Verhalten bewirken? Fühlen die sich wirklich den anderen überlegen, sind die so sehr von sich überzeugt, dass sie ihre ach so gesunde, moralisch korrekte Lebensweise anderen aufzwingen und andere Ernährungen mit einem hochnäsigen, skeptischen Rümpfen der Nase abtun? Als hätten sie ihre Zwiebel vom Mittag noch unter der Nase.
So etwas kann ich nicht leiden. Vor allem dann nicht, wenn diese feinen Menschen immer noch Echtlederschuhe tragen. Neulich hat mir eine Freundin erzählt, dass sie über das Unigelände gegangen ist und ein wildfremdes Mädchen angekommen ist, um sie darüber aufzuklären, dass sie mit ihrem FakeFur-Kragen an der Jacke, die Pelzindustrie unterstützt. Das Mädchen selbst trug Ugg-Boots, die übrigens aus Lämmern hergestellt werden. So etwas nenne ich heuchlerisch.

Ich denke gerne über so etwas nach, ich informiere mich auch gerne über Ernährungen, neue Trends und so weiter. Dabei versuche ich mir aber immer mein eigenen Bild zu machen und zu schauen, ob das auch für meinen Körper gilt. Die Ernährungsindustrie und Lebensmittelgurus dieser Welt scheren alle Leute nämlich gerne über einen Kamm und vergessen dabei, dass wirklich jeder Mensch anders auf bestimmte Produkte reagiert, und dass auch die Zusammensetzung des Essen, also eher eisweißreich oder mit mehr Kohlenhydraten, auf die Lebensweise und das Verdauungssystem des Einzelnen zugeschnitten werden muss.
Nicht jeder kann vegan leben. Nicht jeder verträgt so eine Ernährung und da ist auch nichts falsches dran, man muss es einfach akzeptieren.

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Na, auf jeden Fall habe ich mir das Buch vom Atilla gekauft. Gleich vorweg: Gelesen habe ich es, mit der Challenge angefangen noch nicht, aber dazu später mehr. Ich finde seine Sichtweise auf vegane Ernährung spannend. Er versucht weniger Moralapostel zu spielen, als viel mehr aufzuzeigen, wie vielseitig und abwechslungsreich eine vegane Ernährung sein kann und wie gut sie unserem Körper tun kann. Die Erzählungen aus Japan und Italien fand ich hochspannend, auch wie er seine Erfahrungen dort in das Programm mit einfließen lässt. Vegan für Youth nämlich, wie der Name schon verrät, zielt vor allem darauf ab, sich so gesund zu ernähren, dass man es auch nach außen sieht, dass man sich jünger fühlt und auch so ausschaut. Das finde ich, ist ein großartiger Ansatz!
Manko allerdings: Man braucht extrem viele Zutaten, Matcha-Tee und Acerola-Pulver. Noch mehr Pulver, Kurkuma, Weizengras und Acai. Das soll ich mir alles kaufen? Ehrlich gesagt, ich gebe mein Geld lieber für andere Dinge aus, meine Studentenkasse gibt das leider nicht auf Anhieb her. Und dann dieser Aufwand. Ich habe keine Geschirrspülmaschine und auf anderen Blogs habe ich bereits die Berge an Töpfen, Pfannen und Tupperschalen gesehen und auf meine kleine Küche übertragen. Wenn ich das durchziehen würde, würde ich vermutlich den ganzen Tag in der Küche stehen. Gemüse schnippeln, Soßen anrühren, Obst pürieren und danach alles wieder abwaschen, bis das nächste Gericht vorbereitet werden muss. Daneben sollen noch regelmäßige Workouts, Ausdauertraining und – jetzt Achtung – Meditationen eingebaut werden. Wie das neben Studium, enactus und bloggen gehändelt werden könnte, weiß ich nicht. Vor allem, weil er auch betont, dass man ausreichend schlafen soll, schließlich ist das die Verjüngungskur schlechthin.
Ich weiß also nicht, ob ich es machen soll, bzw. kann. Da ich eigentlich ständig pendle, in meiner Wohnung, bei meinem Freund, meiner Familie oder auf Reise bin, erscheint mir die 60-Tage Challenge einfach unmöglich durchzuhalten. Schließlich kann ich das ganze Pulver nicht ständig hin und her schleppen und einen Geschirrspüler haben nur meine Eltern.
Was habe ich also von diesem Buch? Ich denke ich werde es locker angehen. Schließlich bin ich erst 21 und sehe auch noch nicht aus wie 30, sodass es nicht höchste Eisenbahn ist und ich dringend mit einer verjüngenden Lebensweise anfangen muss. Ich werde ein paar Rezepte ausprobieren und in mein Repertoire aufnehmen. Schließlich darf man bei all der moralisch korrekten Ernährung nicht vergessen, dass es vor allem nur Ernährung ist. Essen. Wenn man den ganzen Tag nur darüber nachdenkt, was man isst und was nicht, kann man ja nur eine Essstörung entwickeln. Mein Credo heißt hier ganz klar: Kein Stress! Gesund essen, klar, mache ich eigentlich jetzt schon, aber wenn man sich hin und wieder mal was gönnt, ist das auch okay. Nur Verzicht, macht auf Dauer unglücklich.

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Ich habe übrigens festgestellt, dass ich ein Flexitarier bin. So nennt man anscheinend Menschen, die nur sehr selten Fleisch essen. Da gehöre ich eindeutig zu, denn ich versuche konsequent meinen Fleischkonsum zu minimieren. Vor allem aus Massenbetrieben möchte ich nichts mehr essen. Gegen Wild, das von einem befreundeten Jäger geschossen wird, habe ich zum Beispiel moralisch nichts einzuwenden. Es gibt bei uns sowieso viel zu viele Wildtiere, die großen ökologischen Schaden anrichten und deshalb kontrolliert geschossen werden müssen. Und ein Reh, das sein Leben lang durch den Wald gehüpft ist, hatte ein schöneres Leben, als ein armes Schwein, dass im engen Stall gehalten wurde.
Den größten moralischen Aspekt in der fleischarmen Ernährung sehe ich übrigens im Klimawandel und Umweltschutz. Der eigene ökologische Fußabdruck wird deutlich kleiner, wenn man sich vegetarisch bzw. vegan ernährt.
Wenn ihr mehr dazu wissen wollt, was der weltweit steigende Fleischkonsum so anrichtet, dann ladet euch die App Fleisch-Atlas auf euer Smartphone runter. Dort gibt es viele Infos, aufgebaut wie ein Quiz, wo ihr virtuell Hühner befreien könnt. Super süß und informativ!

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Wie ist eure Einstellung zu Ernährung?

Seid ihr Vegetarier oder sogar Veganer? Wieso, weshalb, warum? Erzählt mir etwas über eure Lebensweise und lasst uns ein bisschen diskutieren. Ich bin gespannt auf eure Meinungen und Ansichten!

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1 Comment

  • Flexitarier zu sein könnte ich mir auch vorstellen ;) Besonders jetzt wo ich eine Diät mache und oft einfach nur Gemüsepfannen, -gratins, … esse. Veganer zu sein stelle ich mir sehr schwer vor, besonders weil ich Milchprodukte liebe xD Das Buch habe ich auch schon in Händen gehabt aber ich finde oft vegane Rezepte viel zu kompliziert, vor allem da man sich erst mal hundert Sachen kaufen muss die man als Normalo nicht im Vorratschrank hat :/
    xx

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