Schnittlauchlocken – oder das ewige Problem

Haare sind ja so eine Wissenschaft für sich. Ein großes Paradoxon, denn man möchte eigentlich ständig genau das Gegenteil von dem, was die Natur einem gegeben hat. Ich zum Beispiel habe super feines, plattes und schnittlauchglattes Haar. Wenn ich mit frisch gelockten Haaren durch Nieselregen laufe, dann kräuseln sich meine Haare nicht wie bei anderen Menschen, nein, sie werden strähnig und hängen in bester gothic Manier schlapp an meinem Schädel herunter. Ich hasse es.

Dann kommt aus meinem Umfeld häufig der Satz “Ach, ich hätte gerne glatte Haare! Ich muss sie mir immer glätten” Tja. Schon doof, ich locke sie mir jeden Tag umständlich und zwar in einem langwierigem, kräftezehrendem Prozess, von dem ich unvoreingenommen behaupte, dass er länger dauert als die schönen Naturwellen glatt zu bügeln.
Vor allem ist das ja so ernüchternd. Stell ich mich nach 20 Minuten Locken drehen vor den Spiegel habe ich eine unglaubliche Mähne, die ich großzügig in Haarspray hülle, nur um nach drei Schritten an der frischen Luft festzustellen, dass sie sich in Wohlgefallen auflösen. Den Tag über laufe ich dann mit traurig, teilweise struppigem, teilweise glattem Haar herum. Anstrengend.

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Dabei will ich doch nur so schöne Hollywoodlocken! Sanfte, glänzende und volle Wellen, die sich über meinen Schultern ergießen. Dass dieser Wunschtraum genauso unmöglich ist, wie dass ich morgen mit einer Camaron Diaz Stupsnase aufwache, ist mir natürlich voll bewusst und trotzdem leugne ich doch jeden Morgen aufs neue meinen Schnittlauch und quäle meine Haare mit einem sündhaftteurem Lockenstab aus England, ehrlich wahr.

Aber 2014 soll es nicht so weiter gehen. Ich will nicht die ewig träumende, sich selbst verleumdende sein. Ich will Ich sein. Aber zufrieden mit dem eigenen Genen zu sein, fällt manchmal ganz schön schwer. Besonders, wenn man die ganzen tollen anderen Frauen sieht, die Bloggerinnen, auch wie du und ich, aber mit sensationellem Allround Paket gesegnet.
Vergleich macht unzufrieden. Und neidisch. Schließlich kann man gewisse Dinge nicht ändern und akzeptiert sie lieber sofort und auf der Stelle, als das man ewig frustriert ein saures Gesicht zieht und man sich noch unausstehlicher vorkommt.

Das gilt übrigens auch für Fähigkeiten. Meine Schwester liebt zum Beispiel die Fotografien einer gewissen Bloggerin. Elfenhaft, verspielt, romantisch. Trotzdem werde ich mich nie in ein elfengleiches Geschöpf und sie sich nicht von jetzt auf gleich in eine begnadete Fotografin mit super Ausrüstung verwandeln.
Akzeptanz schafft Ausgleich. Und Zufriedenheit mit sich selbst. Ich weiß, das ist ein schlauer Spruch und gewiss ist er nicht einfach zu erfüllen. Aber versuchen kann man es wenigstens und das habe ich mir für 2014 fest vorgenommen…

Denn wenn ich schon unzufrieden mit mir selbst bin, mich selbst viel zu kritisch betrachte und mich selbst nicht schätze – wie können das das andere?

gedankenblase

…und das Problem mit den Haaren?
Ich habe es im Dezember ja bereits probiert. Einfach mal ein Stück abschneiden, schauen wie sich das anfühlt und vielleicht werden sie dieses Jahr ja noch kürzer. Kürzer und leichter, sollte doch mehr Volumen machen….Vielleicht steht mir ja ein Bob ganz gut? Was es auch wird, es muss zu meinen Haaren und zu mir passen – ich lass mich mal überraschen.

P.S. Bei meinem Weihnachtsgewinnspiel hat Charlotte von Silber  gewonnen – Herzlichen Glückwunsch!

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5 Comments

  • …oh ja, der jahreswechsel lässt einen immer reflektieren. aber bei all den vergleichen, stellt man gott sei dank fest, dass man nicht wie die anderen ist. und das ist doch genau das, was uns ausmacht. also attacke und los geht´s mit dem verwirklichen der eigenen träume :)

    groetjes
    vreeni von freak in you

  • Ich finde, dir steht beides gut – ob Locken oder glatte Haare. Auch die etwas kürzeren Haare sehen toll aus. Über einen Bob habe ich auch schon nachgedacht. Das ist allerdings ein gewagter Schritt, wenn man normalerweise lange Haare hat. Aber gerade diese Überraschung und das Wagnis gefällt mir daran. Meine Haare haben allerdings im letzten Jahr genauso viel Länge verloren, wie deine und daher der Zweifel, ob in so kurzer Zeit tatsächlich noch mehr fallen soll.
    Aber zu deinem eleganten Stil passt sicher auch ein eleganter Bob. :)

    Ich bin erstaunt darüber, dass du (fast) jeden Tag deine Haare mit einem Lockenstab bearbeitet hast. Ich habe eine Zeit lang meine ohnehin schon glatten Haare, welche aber leicht wellig sind, jeden morgen mit einem – leider billigen – Glätteisen zu “Schnittlauch” verarbeitet. :D Und das hat ihnen nicht gut getan. Welchen Hitzeschutz verwendest du denn? Hast du auch noch Empfehlungen für gute Glätteisen oder Lockenstäbe, die nicht aus England importiert werden müssen? :D

    Liebe Grüße,
    Alex

    • Genau! Ich denke gerade Haare sind etwas wo man doch experimentieren kann, ich werde mal schauen, ob ich für so etwa kurzes den Mut aufbringen kann ;)

      Der Lockenstab ist übrigens von amika und es kann auch sein, dass es den mittlerweile bei amazon gibt. Habe den genau vor einem Jahr in Berlin gekauft, weil sie dort einen Stand im Alexa hatten. Das tolle an dem ist, dass er die Haare nicht kaputt macht. Ich benutze ihn wirklich beinah täglich OHNE Hitzeschutz. Und meine Haare sind wirklich sehr gesund. Der hat etwas über 100€ gekostet, aber das Geld ist er auf jeden Fall wert! :)
      Früher hatte ich ansonsten einen von Remington und der war auch nicht so schlecht..

      Hoffe das hilft dir weiter!
      Liebst,
      Christin

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