{Bloggerparade} Blick hinaus

Eines meiner liebsten Bücher ist “Zimmer mit Aussicht”. Es spielt um 1900 in Florenz. Die aus einer angesehenen Familie Englands stammende Lucy verliebt sich in George, der nicht gerade den gesellschaftlichen Kreisen Lucys angehört. Sie verlieben sich und nach vielem hin und her, Geplänkel und allerlei Gesellschaftskritik kommen die beiden zusammen.
Auf dem ersten Blick bezieht sich der Titel des Buches auf eine Szene am Anfang der Geschichte. George bietet dort Lucy und ihre Tante an, mit ihm und seinem Vater die Zimmer im Hotel zu tauschen, damit die beiden Damen die schöne Aussicht dort auf Florenz und den Arno genießen können.
Auf dem zweiten Blick zeigt es aber auch, dass keine Situation aussichtslos ist. Die Gesellschaft ist gegen die Heirat von Lucy und George und doch gibt es ein Happy End, eine Aussicht aufs Glück.

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Fenster sind charaktergebend für einen Raum. Sind es Fenster zur Nord- oder zur Südseite? Sind sie klein und leuchten das Zimmer nur spärlich aus? Oder gibt es gar eine ganze Fensterfront, die hinaus in den Garten zeigt und somit das Licht und die Natur in die eigenen vier Wände holt?

Der Blick aus dem Fenster in die Ferne, suchend, nach einer Idee, einem Weg, einer Aussicht.

Der Blick aus dem Fenster ist der Titel bei der Bloggerparade von Mädchen Poesie und er hat mich ziemlich zum Nachdenken gebracht.
Zu allererst deshalb, weil ich im ersten Moment überhaupt nicht wusste, welchen Ausblick ich denn beschreiben soll. Ich pendle innerhalb der Woche so häufig hin und her, dass ich eigentlich nie länger als drei, vier Tage in einer Wohnung bin. Bei meinem Freund, bei meinen Eltern, dann wieder in meiner eigenen kuscheligen Wohnung. Chaos pur!

via Pinterest

Deswegen nehmt es mir nicht übel, wenn ich an dieser Stelle etwas metaphorisch werde. Bei mir ist in letzter Zeit ziemlich viel geschehen. Wichtiges. Und da stellt sich mir immer wieder die Frage: Wie geht es jetzt weiter? Was will ich eigentlich und welchen verdammten Weg an dieser Kreuzung soll ich jetzt nehmen?

Da passt es irgendwie ganz gut, dass ich aus meinem Fenster, meinem eigenen, in meiner Wohnung, auf eine Kreuzung hinaus gucke. Nicht so einer mit blinkender Ampelschaltung und auch nicht 24/7 befahren. Sondern eine kleine Kreuzung mit Nebenstraßen.
Aber nur weil es Nebenstraßen sind, heißt das noch lange nicht, dass es nicht ziemlich hektisch und laut hier zugeht. Im letzten halben Jahr wurde gefühlt 50 mal die Straße unter meinem Fenster aufgerissen und lautstark wieder zu.
Dann fährt natürlich auch gefühlt alle paar Sekunden eine Straßenbahn vorbei und zu allem Überdruss wird überall gebohrt, gehämmert oder Laub geblasen – ja auch im Sommer.

In so welchen Momenten wünsche ich mir immer einen Ausblick auf einen riesigen, glasklaren Teich oder auch eine große Wiese. Ohne Lärm, nur die Musik der Natur in meinen Ohren. An nichts denken und einfach nur die Aussicht genießen…

Ein Bisschen davon finde ich in dem Garten meiner Eltern wieder. Gerade jetzt im Sommer ist es einfach das Schönste, hinaus zu schauen auf frisch gemähtes Gras und den liebevoll von meiner Mutter gestalteten Garten.

Ich sitze also an meinem Fenster, schaue hinaus und sehe den kleinen Kindern beim Ballspielen zu. Das ist das schöne an einer breiten Straße, wo nicht ganz so viele Autos fahren, die Kinder der Nachbarschaft kommen alle her und können vor meinem Fenster toben. Wenn ich lerne ist das manchmal ziemlich nervig, aber zur Zeit stört es mich kein bisschen. Außer dass ich vielleicht ein klitzekleines bisschen neidisch bin. Ich würde auch gerne nochmal so klein sein und Ferien haben und den ganzen Tag barfuß draußen herumlaufen, Wasserbombenschlachten machen und Federball spielen.

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Damit dieser Post auch noch etwas anderes als tiefsinniges Geplapper über die metaphorische Sicht auf die Aussicht (welch Wortspiel) hat, zeige ich euch heute noch ein Outfit, dass ich euch schon vor zwei oder drei Wochen zeigen wollte, aber irgendwie verloren gegangen ist.
Zu sehen: Mal wieder mein geliebter weißer Blazer. Dazu Shorts, ein einfaches Shirt und Sandalen. Wie konnte ich einmal auf die Idee kommen, dass dieser Blazer schwierig zu kombinieren sei?

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Was ist eure Aussicht?
Jeder hat doch diesen einen Blick auf das Leben, wie man es sich vorstellt. Schon in der Grundschule stellt man ihn sich vor, wie alles aussehen wird, was man werden will. Wisst ihr was das schlimmste ist? Wenn ihr diesen Blick verliert. Wenn er getrübt ist und ihr nicht genau wisst, wie euer Plan aussieht, worauf man hinarbeitet.

Ich versuche ihn gerade wieder zu finden und hoffe dass er sich gleich hinter der nächsten Kurve versteckt hat…

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1 Comment

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