Experiment – Overkneestrümpfe

Unter Bloggern und in den Großstädten scheinen sie längst etabliert zu sein: Die Overkneestrümpfe.
Ich habe mich eben kurz bei Lookbook umgeschaut, gar nicht so wenige und gar nicht so schlechte Looks. Heute habe ich mir dann gedacht, warum es nicht mal wagen?
Schon vor einigen Wochen habe ich in den aktuellen Zeitschriften Bilder mit Overkneestrümpfen gesehen. Ich finde diesen Trend klasse, denn es ist eine tolle und außergewöhnliche Alternative zu Strumpfhosen an noch nicht ganz so kalten Tagen. Es sieht mädchenhaft und irgendwie auch sexy aus und gibt dem Outfit den gewissen Touch.
Bereits letzten Donnerstag bei meinem Primark-Shoppingtrip lagen graue Overknees in meiner Tasche. Für 3€ mit hübschem Zopfmuster, da konnte ich einfach nicht nein sagen.
Nun fehlte nur noch das passende Outfit und die Gelegenheit. Wann kann man Overknees tragen? Im Alltag? Nur wenn man weg geht? Gar nicht?
Als mein Outfit stand überwand ich meine Grübeleien und zog sie einfach an. Heute.

Ich muss zugeben heute morgen im Spiegel sah es noch recht hübsch aus. Irgendwie niedlich. Irgendwie sexy. Wie oben schon erwähnt. Als ich damit in der Uni auftauchte war es dann alles andere als “irgendwie”. Es war anscheinend recht ungewöhnlich, ich wurde nämlich regelrecht angestarrt. Ein lieber Kommilitone von mir, nannte mich den ganzen Tag über “Schulmädchen”. Ich muss zugeben, für einen kurzen Moment habe ich heute Morgen das selbe gedacht.
In einer Metropole ist es anscheinend trotzdem kein Vergehen Overknees zu tragen. Zwar wurde ich am Bahnsteig etwas schräg gemustert, aber außer ein Auslachen meines oben erwähnten Kommilitonen musste ich nichts weiter über mich ergehen lassen.

Ganz anders als ich in meiner 100.000 Einwohner-Stadt ankam. Hier scheint es ein echtes Verbrechen zu sein, im Herbst (es war sonnig!) ein Stücken Haut am Oberschenkel zu zeigen.
Folgende Reaktionen kamen auf meinem Weg vom Bahnhof nach Hause:
– minderbemittelte Halbstarke mit Stielaugen
– kleine Mädchen mit weit aufgerissenen Mündern/kichernd
– kopfschüttelnde Omis
– zwei Frauen mit Presswurstoutfit und Übergewicht die mich abschätzend von oben musterten
Also entweder waren sie alle neidisch ( :D ) oder sie fröstelten beim Anblick meiner nackten Schenkel oder sie fanden es obszön.
Im Grunde ist es mir ja egal. Ich ziehe das an was mir gefällt und lass mir da auch selten rein reden. Aber trotzdem trat ich etwas geschockt meinen Heimweg an.
Zu Hause musste ich sofort Fotos machen und beim anschauen sah es wieder gar nicht schlecht aus, was meine Laune doch etwas hob.

Trotzdem müssen meine Overknees wohl doch wieder im Schrank verschwinden. Erstens natürlich weil es langsam kalt wird und zweitens weil die Welt wohl noch nicht bereit für einen so großen Umbruch ist.
Wer von euch jetzt sagt “ach, das will ich auch ausprobieren” dem möchte ich gratulieren, denn es ist ein tolles Gefühl Overknees zu tragen, und wem der Trend mit Lack&Leder gefällt wird schon längst welche im Schrank liegen haben. Denn nichts macht so selbstbewusst, wie ein schmaler Streifen Haut zwischen Strumpf und Shorts (bzw. Rock/Kleid etc.).

Ach und wer mutig von euch ist, den möchte ich auch bitten einmal mit Overknees durch die Stadt zu ziehen, einfach nur der Reaktionen wegen und dann berichtet mir, was euch alles so wiederfahren ist. Ich würde mich sehr freuen!

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8 Comments

  • Wow :o, ist echt gewagt das Outfit, aber ich muss sagen, richtig schön. Es hat von allem etwas.
    Ein bisschen Niedlichkeit und Sexappeal.
    Und mein Kompliment, dass du dieses Experiment gemacht hast und ich kann verstehen, dass sie die Leute nach dir umdrehen, sind doch sowieso alle neidisch ! ;)

    Jemma.

  • Hi

    Ich finde dein Outfit sehr sehr schön! :)
    Selber trage ich gerne Overknees. Mittlerweile hat sich da bei mir einiges angehäuft. von einfach schwarz bis regenbogenfarben. Am liebsten trage ich sie zu Röcken.Manchmal auch mit kurzen Hosen. Wie die Leute da starren kann man sich denken.Wurde auch schon Pipi Langstrumpf genannt.. hatte weder orangene Haare noch waren die Pverknees bunt..Da hatte jemand zuviel Fantasie -.- . das nervt mich auch tierisch,aber ich will tragen was ich will, denn langweillige Outfits tragen manche schon zu genüge :)
    PS: Und eigentlich sind es ja nur Strümpfe bis bis übers Knie gehen. Als ob das etwas aussergewöhnliches wäre :/

  • also erstmal muss man sagen, dass overknees schon seit jahren tragbar und auch in deutschland (sowohl klein- als auch grosstädte) angekommen sind (!) du fragst beispielsweise ja auch nach tipps, wie man sie am besten trägt und kombiniert – zu deinem outfit fällt auf, dass die kombi zu den shorts und dem shirt nicht perfekt ist – eine graue short oder rock (ebenso shirt) wäre besser gewesen – zudem macht es einen kompletteren eindruck, wenn unter den shorts dünne strumpfhosen getragen werden – overknees auf nackte beine sind nicht so stylisch

    was mir aber ehrlich gesagt nicht gefällt: dein kommentar zu den leuten, die dich angeblich begafft haben… du schreibst: “die mich abschätzend von oben musterten”… nun, deine bemerkungen wie “minderbemittelt”, “Stielaugen”, “Presswurstoutfit und Übergewicht” sind auch nicht qualifiziert und mindestens ebenso plump, pauschal, verletzend und diskriminierend… ich hoffe, du “duldest” leser in deinem blog, die vielleicht nicht viel geld (“minderbemittelt”) oder ein paar kilo zuviel auf den hüften haben (“Presswurst/Übergewicht”) oder gehörst du auch zu den modetypen, die nur auf figur und idealgewicht/masse schauen? dieser trend ist lang vorbei…

    • Liebe(r) Zappelgeck,

      Zu erst möchte ich mich bei dir für die vielen kritischen Kommentare zu meinen doch recht alten Posts bedanken. Ich frage mich zwar, warum du ausgerechnet meine Posts von vor vier Jahren kommentierst und nicht meine neueren, freue mich aber sehr, dass du trotzdem noch dazu eine Meinung hast.
      Natürlich sind Overknees mittlerweile auch in den Städten angekommen und hinter dem Ofen kriegt man damit auch keinen mehr hervor. Trotzdem war das vor drei bis vier Jahren noch eine ganz andere Situation.
      Des weiteren muss ich auch anmerken, dass sich mein Geschmack und mein modischer Stil in diesem Zeitraum doch stark entwickelt hat, vermutlich würde ich heute nicht mehr zu Shorts und Overknees greifen, mochte aber die grau-weiße Kombi mit dem farblichen Highlight damals sehr gerne. Ein ganz graues Outfit wie du es vorschlägst (graue Shorts + graues Shirt) kann ich mir hingegen nicht so gut für mich vorstellen.
      Eventuell war meine Wortwahl damals auch noch nicht so entwickelt, weswegen ich einfach geschrieben habe, was mir in dem Moment durch den Kopf ging. Politisch korrekt ist sie auf gar keinen Fall, aber von einer Achtzehnjährigen, die gerade mit dem Abitur fertig ist, erwartet man vielleicht auch noch nicht so einen umfassenden Blick auf die Wortwahl. Ich war damals arg verletzt, in meiner Heimatstadt mit so viel Missfallen betrachtet zu werden, dass ich meinen Ärger darüber überstürzt Luft gemacht habe.
      Und was deinen Vorwurf angeht, dass ich zu den “Modetypen” gehöre, die nur auf Figur und Idealgewicht schauen, gehöre, dem kann ich nur entgegnen, dass ich Formate wie GNTM & Co und das dort vermittelte Ideal ablehne, mich für Organisationen wie Pinkstinks stark mache und auch durch mich selbst versuche die Botschaft “seinen Körper so zu lieben, wie er ist” zu kommunizieren. Ich halte meine Mitmenschen an, sich so gesund zu ernähren und zu leben wie es ihnen möglich ist und vertrete im Grunde den Ansatz “jedem das seine”. Das mag in diesen speziellen Post anders rüber kommen, aber ich bitte mein achtzehnjähriges Ich zu entschuldigen.

      Liebst
      Christin

      • Liebe Christin,

        und ich habe zu danken, dass Du auf (nicht nur meine) Kommentare grundsätzlich fleissig antwortest, vor allem wenn sie kritisch sind oder vielleicht nicht immer auch Deine Ansicht treffen – aber davon leben Diskussionen vor allem in der Mode ;-)

        Zu Deiner Frage, warum ich ausgerechnet alte Posts von Dir kommentiere: Einerseits schaue ich mir Bloggs aus reinem (halb-beruflichem) Interesse an – streife dabei über sämtliche Rubriken und klicke mich auch durch die Archive – insbesondere wenn viele Kommentare vorhanden sind. Aus diesem einfachen Grund fiel mir der Beitrag auf.

        Auch mir ist bewusst, dass Mode zu einem sehr schnelllebigen Bereich gehört, aber ich finde es auch spannend, nach gewisser Zeit Outfits oder Trends von vor ein paar Jahren zu diskutieren :-)

        Gestatte mir dennoch einen Hinweis: Doch, von einer 18jährigen (und unabhängig von Abitur & Co.) dürfte man schon erwarten, dass die Wortwahl stimmt – vor allem im Internet und vor allem auf seinem eigenen Blog. Du siehst ja: Das Internet vergisst nichts ;-) Und man kann (und sollte) leider nicht immer so schreiben, wie man vielleicht denkt oder spricht ;-) Aber das war lediglich ein gut gemeinter Hinweis ;-)

        • Liebe(r) Zappelgeck,
          ich lege sehr viel Wert auf eine gute Kommunikation und freue mich sogar ganz besonders über die kritischen, konstruktiven Kommentare. Es steht dir jeder Zeit frei, mich weiter mit deinen Worten zu überraschen!
          Allerdings bevorzuge ich natürlich eine Kommunikation auf Augenhöhe, daher möchte ich auch einen Kritikpunkt an dich zurück geben: Da du dich bewusst anonym äußerst, bin ich natürlich automatisch in der benachteiligten Situation, da ich als “öffentliche” Person wesentlich angreifbarer bin, als jemand der ohne Klarnamen hier kommentiert. Mir ist das natürlich durchaus bewusst und habe das mit und durch das Bloggen akzeptiert, trotzdem stehe ich im Endeffekt schlechter dar, da ich meinen Gegenüber nicht einschätzen kann.
          Ich hoffe du bist dir über diese asymmetrische Situation im Klaren.

          Liebst
          Christin

  • Hallo Christin,
    das liest sich doch gut :-) Zudem bin ich der festen Überzeugung, dass meinerseits bisher nur (Kritik-)Punkte kamen, die zumindest nachvollziehbar waren – ich bin kein Leser, der einfach nur meckern will. Und wenn es Dir “nur” um eine Retour von Kritik geht: Da gebe ich Dir teilweise Recht – zumindest, was das anonyme Kommentieren angeht – aber mal ganz ehrlich: Hätte ein Klarname wie “Michael” oder “Sybille” was daran geändert? Was ist, wenn ich weder eine Website habe noch in anderen sozialen Medien aktiv bin? Da KANN ich gar kein Profil hinterlegen bzw. mich mit solchem anmelden…. und ob Du bzw. ein Blogger gleichzeitig bzw. automatisch eine “öffentliche Person” sind oder ebenso schneller als angreifbar zu betrachten sind, vermag ich nicht zu beurteilen – ablehnen muss ich allerdings, dass du “im Endeffekt schlechter gestellt bist” nur weil ich (oder auch andere!) anony kommentieren dürfen – als anonym wäre es ein leichtes, dumme/plumpe kritik zu schreiben – aber du solltest ja merken, dass ich mir schon den ein oder anderen gedanken machen und nicht einfach sinnlos rumlabere – abgesehen davon schreibst Du ja auch selbst, dass “ihr” Euch damit dann auch abfinden “müsst” ;-) wer sich in der Öffentlichkeit darstellt, wird auch von der Öffentlichkeit Reaktionen bekommen (das war ja bereits bei Deinen Overknees so) ;-)

    Ich hoffe mal, dass ich weiterhin Deinen Blog verfolgen “darf” ;-) und bin vermutlich (noch mehr als Du) gespannt, was noch alles kommt :-)

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